Höhere Gewalt, Zahlungsbedingungen, Versicherungsschutz? Unser Anwalt in Deutschland ,Wolfgang May (Syndikusanwalt MODINT GmbH), gibt in diesem Artikel an, worauf Sie achten sollten.

Machen Sie sich bewusst: Das ist die Ausgangslage wenn Ihr Vertragspartner jetzt partnerschaftliches Verhalten einfordert. Verhandeln Sie also und geben Sie nicht einseitig Forderungen nach! Legen Sie vorher Ihre Schmerzgrenze fest. Dazu müssen Sie wissen:

  • Kann Ihr Schuldner laut Ihrem Vertrag „Höhere Gewalt“ gegen Ihre Forderung geltend machen?
  • Wenn ja, liegt dann konkret ein Fall der „Höheren Gewalt“ überhaupt vor?
  • Wie ist das in Ihren Exportländern? Kann sich z.B. Ihr holländischer Kunde auf „Höhere Gewalt“ berufen, wenn dort die Geschäfte noch geöffnet sind?
  • Wenn es keine vertragliche Regelung gibt, greifen dann gesetzliche Regelungen (in Deutschland: + „Unmöglichkeit“ + „Wegfall der Geschäftsgrundlage“ + „Treu und Glauben“)?
  • Gibt es entsprechende Bestimmungen in Ihren Exportländern und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch durchgesetzt werden können?

Vergessen Sie bei all dem nicht Ihre Kreditversicherung:

  • Fliegen Sie mit dem Verhandlungsergebnis aus dem Versicherungsschutz?
  • Liegt ein ausgehandelter Zahlungsaufschub noch innerhalb der Überfälligkeits-Frist?
  • Müssen Sie die Meldefrist zum Inkasso in Ihrer Police weiter strikt einhalten oder zeigen sich die Versicherer in dieser besonderen Situation kulant? (Wir sind als Spezialist im Forderungsmanagement der Fashion-Branche im ständigen Kontakt mit den führenden Versicherern und wissen, dass an einer Anpassung gearbeitet wird)
  • Fällt eine Änderung der Zahlungsbedingungen vor der Auslieferung noch in den Versicherungsschutz Ihrer Police?
  • Was passiert wenn Ihr Schuldner wegen CORONA die Annahme Ihrer Lieferung verweigert? Bleibt es dabei, dass Ihre Versicherung dann nicht zahlt, weil die Forderung als „bestritten“ gilt obwohl Sie Ihre Lieferverpflichtung erfüllt haben?

Treffen Sie die richtigen Entscheidungen, halten Sie Einbußen so gering wie irgend möglich. Und vor allem bleiben Sie gesund!

Quelle: MODINT GmbH
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