Der Hamburger Bekleidungskonzern Tom Tailor Holding SE kommt nicht zur Ruhe. Nun deutet alles auf einen baldigen Abgang der Führungsspitze hin. Der Aufsichtsrat des Unternehmens führe derzeit Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Heiko Schäfer und dem Finanzvorstand Thomas Dressendörfer, hinsichtlich des vorzeitigen Ausscheidens aus der Gesellschaft,  gab das Unternehmen Anfang Oktober bekannt. Weitere Informationen wurden vorerst nicht bekannt gegeben.

Der finanziell angeschlagene Konzern hat bereits turbulente Monate hinter sich. Verhandlungen über eine langfristige Finanzierung mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitseigentümer, der chinesischen Unternehmensgruppe Fosun, ziehen sich seit Monaten hin. Zuletzt zeigte sich Tom Tailor zuversichtlich: Der Konzern und seine Geldgeber stünden „kurz vor dem Abschluss einer Einigung“, erklärte das Unternehmen im September. Bis Ende Oktober soll nun eine neue, bis 2022 laufende Kreditvereinbarung vorliegen. Gleichzeitig verkündeten die Hamburger, dass die Banken und Fosun ihre finanzielle Unterstützung vorerst bis zum Ende dieses Monats verlängert hätten.

Bonita bleibt das Sorgenkind des Konzerns
Probleme bereitet dem Konzern nach wie vor die verlustträchtige Tochter Bonita. Während im Kerngeschäft mit der Marke Tom Tailor nach einem einschneidenden Reformprogramm zuletzt Zuwächse erzielt wurden, belastete Bonita mit mächtigen Umsatzrückgängen und tiefroten Zahlen die Bilanz. Geprüfte Zahlen hat das Unternehmen aufgrund der andauernden Finanzierungsverhandlungen allerdings seit Monaten nicht mehr veröffentlicht.

Eigentlich hatte sich Tom Tailor längst von dem Sorgenkind trennen wollen: Bereits im März hatte der Konzern den Verkauf von Bonita an die niederländische Unternehmensgruppe Victory & Dreams International Holding verkündet. Doch daraus wurde nichts, weil die Konsortialbanken der Transaktion ihre Zustimmung verweigerten. Was aus Bonita wird, ist derzeit weiterhin offen.

Quellenangabe: fashionunited.de
Foto: retailtrends.nl